Akko 3068 Silent

Die Akko 3068 Silent von Epomaker trägt die 68 für die Anzahl verbauter Tasten im Namen – aber das „Silent“ bezieht sich wohl eher darauf, dass da Jemand im Marketing sehr schrägen Humor hat. Selten waren lineare Tastaturen lauter als die Akko 3068 Silent.

Features – auf der guten Seite der Macht

  • Die Akko 3068 bietet ein sehr kompaktes Layout …
  • … und hat dennoch Pfeiltasten (Jippie!) …
  • Bluetooth 5.0 (in der aktuellsten Version der Tastatur, der Vorgänger kommt mit 3.0 daher) samt Speicher für vier verschiedenen Geräte.
  • USB-C-Anschluss, hinten links. Zum Aufladen, aber auch, um die Tastatur ohne Bluetooth zu betreiben
  • Interessante Switch-Auswahl.
  • Die Keycaps können auch getauscht werden, da die Switches mit MX-Tastenlayout kompatibel sind.
  • Akzente können mit einigen farbigen Tastenkappen gesetzt werden. Lila und Blau werden dafür mitgeliefert.
  • Die Tastenbeleuchtung (kein RGB, nur weiß) ist „smart“. Sie stellt sich im Wireless-Modus erst mal ab. Spart Energie. Wer will zwingt das Licht dann dennoch. Braucht aber kein Mensch eigentlich.
  • Super kompaktes Design.
  • Akko hat den Ruf gute Stabilizer zu verbauen, die auch Moddern genügen. Stimmt (auch, wenn das beim echten Tippen durch die Soundkulisse überflüssig wird. Aber es mag ja Leute geben, dieses statt nur zu hören auch fühlen können … Ok, hier ein Keks für euch!)

Die kleinen Schönheitsfehler

  • Wer die farbigen Akzent-Tastenkappen einsetzt, mag sich darüber ärgern, dass die Hintergrundbeleuchtung punktuell durch diese Kappen leuchtet. Der ungewollte Effekt sieht wirklich doof aus.
  • Keine F-Tasten.
  • Layoutbedingt eine vertikale Zusatzreihe Tasten rechts neben der Eingabetaste – ab und an vertippt man sich dadurch.
  • 1800 mAh Akku für angeblich 90 Stunden Tippen. Das ist nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut – da ginge mehr.
  • Leider nur im ANSI Layout verfügbar
Wenn das Licht dir punktuell durch die Tasten knallt (Akko 3068 Silent)
Wenn das Licht dir punktuell durch die Tasten knallt (Akko 3068 Silent)

Über das ANSI – Layout

Das ANSI-Layout ist kein echtes Problem. Wir haben durch diese amerikanische Anordnung nur wenige Einschränkungen, weil die persönliche Einstellung des Betriebssystems den Ton angibt. Ein deutsches „Ö“ liegt auf dem gleichen Knopf der Tastatur, es steht eben etwas anderes auf der Tastenkappe gedruckt (in dem Fall der Doppelpunkt und das Semikolon).

Wer blind tippt, der hat gar keine Probleme – zumindest beim alltäglichen Schreiben. Wer aber viel mit Sonderzeichen hantiert, der hat vielleicht mehr Schwierigkeiten. Ich persönlich kann mir gerade so merken, dass Klammer-auf-und-zu auf den Tasten Shift-8 und Shift-9 liegen. Danach hört es bei mir auf und wenn nun die Andrucke auf den Tasten falsch sind, dann wird die Sache nervig.

Neben den Beschriftungen gibt es zwei Änderungen in der physikalischen Tastenanordnung:

  • Die ><-Taste neben der linken Shifttaste fehlt im ANSI Layout komplett. Daher malen euch englische Kollegen auch selten Pfeile -> in die Mails.
  • Die vorgenannte Taste fehlt wirklich komplett und dadurch ist mehr Platz für die linke Shifttaste. Sie ist einfach länger. In der Theorie trifft man diese Taste besser, aber in der Praxis merkt man das nicht wirklich. Der Finger springt weiterhin an den äußeren Rand der Taste.
  • Die Eingabetaste hat nun die Form einer Shifttaste, ist also länglich. Sie liegt nur noch auf der ASDF-Reihe.
  • Dies ist möglich, weil die Raute-Taste # verschoben wurde. Sie liegt nun über der Eingabetaste in der QWERTZ-Reihe, dort, wo froher der dickere Teil der Eingabetaste rumlungerte. Das hat eigentlich wenig Auswirkungen, es sei denn, ihr schreibt oft Apostrophe, denn der liegt auf Shift-# (wenn man es denn richtig macht. Viele Menschen schreiben stattdessen einen Akut, was leider unsauber ist)

Ob euch das Layout abschreckt oder nicht, bleibt euch überlassen. Es hat aber noch einen echten Vorteil gegenüber dem heimischen ISO-DE:

Wer gerne alternative Keycaps (also Tastenkappen) nutzt, der findet am Markt leider nur sehr wenige gute ISO-DE Tastenkappen, aber eine überwältigende Fülle an ANSI-Layout-Kappen.

Manchmal kann man bei Tastenkappensets auch Erweiterungskits für Sprachräume und andere Vorlieben bestellen, aber nicht immer. Mit einem ANSI Layout ist uns das aber egal.

Kein Hotswap, aber interessante Switch Auswahl schon

Die Akko fiel mir damals bei meiner Suche nach Wireless Mechanical Keyboards auf. Welche Zufall!

Ich war mir damals noch ziemlich unsicher, welche Switches für mich wohl langfristig die richtigen seien würden, also suchte ich vornehmlich nach Tastaturen, die ein Hotswap Feature mitbrachten. Aber bei der Akko blieb ich trotz Ermangelung von Hotswap hängen, weil ich die Schalterauswahl so erfrischend anders empfand. Epomaker bastelte in seine Akko 3068 Silent bereits Gateron Pink und Gateron Yellow ein. Und noch irgendwas, ich kann mich nicht erinnern. Heute sah ich Whites.

Die Pinks wurden es dann für mich. Linear, super leichtgängig. Das sollte doch zu einer „Silent“, also stillen, Tastatur gut passen? Dachte ich. Und ihr vielleicht auch. Aber Epomaker mag vermutlich einfacher das Wort, oder hält alles, was nicht clicky ist für Still. Das Ding ist nämlich trotz Pinks laut und wird es auch mit anderen Switches sein. Ich pack das mal in die Abteilung Tippgefühl:

Tippgefühl

Durchwachsen. Zumindest anfangs. Ich lubte die fest verbauten Gateron Pinks so gut es ging, ohne direkt zum Lötkolben zu greifen. Das hätte ich mir aber auch sparen können, es brachte kaum Veränderung. Was jedoch Veränderung brachte, waren ein paar Tage mit der Tastatur zu schreiben. Der „Break In“-Effekt der Schalter, also quasi das Einschleifen, ging viel schneller als gedacht und dann ging der Spaß los. Die Akko 3068 tippt sich super. Super und laut!

Also: Die PBT Kappen klacken hart und laut auf fest verbaute Switches, welche ihrerseits in einem hochwertigen aber geräuschförderndem Plastikgehäuse sitzen. Das geht einfach nicht leise.

Leise – oder besser SILENT – das ist z. B. eine Varmillo mit MX Red Silent (welche dann leider hochfrequent die Federn klingen lässt) – aber sie Akko 3068 Silent ist eben einfach satt laut. Und das ist OK. Sie klingt nämlich nach dem ersten Schreck dadurch wirklich cool. Tippen macht Spaß. Alles gut also, nur bitte demnächst Namen wählen, die nicht irreführen.

Die Pink Switches der Akko 3068 sind schon ein Hingucker
Die Pink Switches der Akko 3068 sind schon ein Hingucker

Die Konnektivität

Die aktuelle Akko 3068 Silent (Stand August 2021) verbindet isch per Kabel oder per Bluetooth 5.0 mit 4 verschiedenen Geräten.

Wir wechseln den Kanal einfach per FN+E bis Y.

Im Betrieb mit Win, Mac und iOS hatte ich keine Probleme bisher. Der Wechsel klappt schnell und ohne Herumfummeln.

Update: Regelmäßige Änderungen

Die Akko 3068 Silent wurde offenbar schon mehrfach modernisiert. Primär wurde dabei aus Bluetooth 3.0 eine 5.0. Auch die Anzahl der Bluetooth Kanäle hat sich verändert. Es gab Versionen, die nur 3 Geräte kabellos verbinden konnten, spätere Modelle können sich 4 Geräte merken.

Auch die Schalterauswahl scheint sich ab und an zu verändern. Ich habe das aber nicht verfolgt.

Fazit

Die Akko 3068 Silent ist OK. Ob man sie lieben kann oder nicht, steht und fällt mit dem Sound und dem Layout. Ich denke, es ist hier wirklich ratsam entweder selbst zu tippen – was nur ein Rat für Sammler seien kann – oder aber, ihr seht euch zumindest ein paar Youtube-Videos an. Das gibt dann zumindest einen grundlegenden Eindruck. Wer danach denkt, dass er den Sound mögen können wird, der kann zuschlagen.

Mit der Pistole auf der Brust würde ich sagen: Sammler schlagen zu, Modder bleiben weg.

Links

Hier der Hersteller Epomaker. Ihr findet die Tastatur aber mittlerweile auch im europäischen Versandhandel immer mal wieder.

Epomaker

Statt auf ESC hämmern wir wahlweise auf den Akko-Kopp. Nett!
Statt auf ESC hämmern wir wahlweise auf den Akko-Kopp. Nett!

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